Die Revolutionierung der Bewässerung ist dem scharfen Blick von Simcha Blass zu verdanken. Als Ingenieur arbeitete Blass im Bereich der landesweiten Wasserplanung Israels sowie an der Kultivierung der Wüste im Süden des Landes. Eines Tages beobachtete er, dass in einer Hecke ein einzelner Busch kräftiger und größer wuchs als alle anderen. Beim Ausgraben unter der trockenen Bodenoberfläche fand er des Rätsels Lösung: Wasser leckte von einer defekten Rohrleitungsverbindung, was zu einem kleinen feuchten Bereich an der Bodenoberfläche führte. Er stellte fest, dass sich im Boden eine zwiebelförmige Feuchtefront ausgebildet hatte, welche nur die Wurzeln dieses speziellen Busches erreichte. Dies gilt als Geburtsstunde des Konzeptes der Tropfbewässerung. In der Folge führte Blass eine Reihe von Versuchen durch. Im Ergebnis stand ein sehr einfacher “Tropfer”, in dem durch Reibung ein Druckverlust erzeugt wird und aus dem folglich Wassertropfen in regelmässigen Abständen austreten. Blass war sich des enormen Potentials seiner Entdeckung bewusst und begann, nach Wegen zu suchen, seine Idee in ein Produkt umzusetzen.
Für den Kibbuz Hatzerim im Norden der Negevwüste eröffnete Simcha Blass’s Erfindung neue Möglichkeiten zur Expansion in Geschäftsbereiche außerhalb der traditionellen Landwirtschaft: der Kibbuz würde Hersteller der neuen Technologie und könnte gleichzeitig seine traditionelle Verbindung zur Landwirtschaft und Bewässerung aufrecht erhalten. Simcha Blass und der Kibbuz Hatzerim unterzeichneten einen Vertrag, und 1965 errichtete Netafim seine erste Produktionsstätte inmitten der Felder des Kibbuzes. Ausgehend von Blass’s ursprünglichen, engen “Spaghetti Microschlauch Modell” entwickelten die Ingenieure Netafims in Zusammenarbeit mit Blass den ersten Einzeltropfer. Der neuartige Aufbau bestand aus einem spiralförmigen Wasserdurchlass mit laminarem Wasserfluss. Aufgrund des laminaren Fließens stellte sich jedoch bald die Verstopfung als Hauptproblem des neuen Tropfers dar. Netafim’s innovative Antwort auf diese Herausforderung war die Entwicklung eines neuartigen Tropfers mit einem zahnförmigen Labyrinth, welches eine Turbulenz des Wasserstroms im Tropfer erzeugte und somit die Verstopfungsgefahr verringerte. Mit der Expansion des Unternehmens erreichten Netafim’s innovative Tropfbewässerungslösungen immer mehr Erzeuger in der ganzen Welt. Ein Meilenstein wurde im Jahr 1976 gesetzt, als Netafim den weltweit ersten druckausgleichenden Tropfer einführte. Diese Produktneuentwicklung ermöglichte eine gleichmäßige und gleichförmige Verteilung von Wasser und Nährstoffen bei Druckunterschieden von bis zu 3,5 bar.
Die Landwirte benötigten einen Tropfer, dessen Tropfleitung kurz vor der Ernte problemlos aufgerollt und eingesammelt werden kann. Netafim’s Antwort auf diesen Bedarf der Erzeuger war die Erfindung der Tropfleitung mit integriertem Tropfer. Ende der 1980er wurde die Generation dünnwandiger integraler Tropfrohre eingeführt, die eine kostengünstige Lösung für die Massenproduktion von Feldkulturen, wie z.B. Zuckerrohr, darstellte. Anfang der 1990er wurde eine neue Generation von Tropfern für den Substratanbau im Gewächshaus entwickelt. Bereits produzierte Tropfer für den Feldbau wurden mit neuen Fähigkeiten ausgestattet, wie z.B. Vakuumschutz und Auslaufschutz. Vor dem Hintergrund eines wachsenden Umweltbewusstseins im neuen Jahrtausend entwickelte Netafim einen hochmodernen, druckausgleichenden Tropfschlauch mit integriertem Tropfer - zur effizienten und präzisen Bewässerung bei Verwendung von qualitativ minderwertigen Wasservorkommen. Kürzlich patentierte Netafim ein Verfahren, bei dem alternative natürliche und recycelte Wasservorkommen zur Tropfbewässerung verwendet werden. Für nunmehr fast 50 Jahre gilt Tropfbewässerungstechnologie und Know-how aus dem Hause Netafim als Garant für optimale Systemlösungen in der Landwirtschaft, im Obst-, Gemüse- und Weinbau sowie im Galabau - bei gleichzeitigem Schutz der Umwelt.

Tropfergenerationen aus dem Hause NETAFIM
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