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Spargel
  1. Allgemeines
    Spargel (Asparagus officinalis L.) ist eine mehrjährige Kultur mit einer tiefgründigen Pfahlwurzel, die als Hauptorgan der Pflanze fungiert. Von dieser Hauptwurzel ausgehend entwickelt sich eine ganze Gruppe von dicken Wurzeln, in deren Spitzen die Nährstoffaufnahme unterhalb der Bodenoberfläche erfolgt. Die Pfahlwurzel und das Büschel von Seitenwurzeln werden auch als “Krone” bezeichnet. Aus der Hauptwurzel spriessen lange Stängel - die Blätter der Spargelpflanze. Die Pflanze muss Nährstoffe einlagern und speichern, weshalb ein Zeitraum kalter Witterung für die Ruhephase notwendig ist. Vor der Ruhephase werden Nährstoffe von den Stängeln in die Krone verlagert, wodurch noch während der Ruhephase die Blattausbildung ermöglicht wird. Im Frühjahr werden die jungen Pfahlwurzeln als Spargelstangen abgestochen.
    Von der Ernte bis in den Monat Juni wächst die Spargelpflanze nicht tiefer, sie entwickelt sich aber mit Hilfe der im Vorjahr akkumulierten Nährsubstanzen. Von daher bestimmt die Entwicklung des Blätterdachs in einem bestimmten Jahr das Spargelwachstum im Folgejahr. Dies wird dadurch hervorgerufen, dass die Spargelpflanze die Wurzelproduktion unterbricht sobald die Nährstoffreserven aufgebraucht sind - und dann zur Ausbildung eines Blätterdaches übergeht.
  2. Wachstumsbedingungen
    a. Boden
    Gut entwässernde leichte bis mittlere Böden. Die Spargelpflanze weist eine gute Toleranz gegenüber salzhaltigen Böden auf. Die Anbaufläche sollte frei von Unkraut gehalten werden, weil dies den Erntevorgang beeinträchtigen kann.
    Niedrige pH-Werte werden bevorzugt.
    b. Wasser
    Der Gesamtwasserbedarf während der Wachstumsperiode beträgt 600-800 mm. Eine Bewässerung erfolgt vom Zeitpunkt der Blattentwicklung, sowie auch während der Ernte im Frühjahr. Die Spargelpflanze ist salzverträglicher als andere Pflanzen.
    Bewässerungsversuch in Neuseeland  1981-1985

    Vier verschiedene Verfahren der Wassergabe wurden getestet:
     a.  Gabe von 25mm Wasser pro Woche während des gesamten Jahres.
     b.  Gabe von 25 mm Wasser pro Woche nur während der ersten Periode des Jahres.
     c.  Gabe von 25 mm Wasser pro Woche nur während der ersten  zwei Jahre.
     d.  Keine Wassergabe.

    Erzielte Erträge während der gesamten Versuchsdauer:

     Verfahren

     Spargel-produktion (Tonnen/Hektar)

     Export- qualität
    (Tonnen/Hektar)
      
     

      a 

      27,7 

     21,2

     b

     27,0

     20,2

    c

     24,0

     17,8

     d 

     19,7

     14,0

    Bemerkung: Aufgetretene Regenmengen wurden bei der Wassergabe berücksichtigt.

    c. Düngemittel
    1Kg Stickstoff pro Hektar täglich nach der Ernte bis zum Austrocknen der Blätter vor dem Beginn der Ruhezeit. Diese Stickstoffmenge sollte für 5 - 6 Monate aufgetragen werden, mit einer Gesamtmenge von 150-180 Kg Stickstoff je Hektar. Während der Ernte sollte für eine Dauer von drei Monaten täglich 0,5 kg reiner Stickstoff gegeben werden - insgesamt 45 Kg.
    Die Gesamtstickstoffmenge pro Anbausaison beträgt somit 200-210 Kg. Das Verhältnis der verschiedenen Nährstoffe ist 1:1:1, wobei Phosphor als basischer Dünger oder als Phosphorsäure während der Regenzeit gegeben wird.

    d. Abstand
    Es gibt zwei verschiedene Methoden. Die erste rät zu einer Pflanzreihe je Beet mit einem Reihenabstand von 1,0 m. Die zweite empfielt einen Beetabstand von 1,5 Meter und zwei Reihen je Beet im Abstand von 0,4 bis 0,5 m.

    e. Pflanzdichte
    20.000 - 32.000 Pflanzen je Hektar.
    Wachstum des Blätterdachs - Juni bis zum Spätherbst.
    Ruhephase - Januar bis März
    Ernte - April bis Juni
    Bei gesunden und kräftigen Pflanzen ergibt sich eine zweite, kleinere Ernte im Hochsommer für einen Zeitraum von 2-3 Wochen.

    f. Anbaugebiete
    Bevorzugt vorwiegend gemäßigtes Klima oder kühle Wüstenstandorte. Auf Grund der Notwendigkeit für eine mehrmonatige Ruhephase befinden sich die meisten Anbaugebiete nördlich des 30sten Breitengrades.
    Jungpflanzen werden in Gärtnereien gezogen, jedoch kann eine Aussaat auch direkt im Feld erfolgen.
  3. Empfehlungen von Netafim
    Verlegeabstand
    - eine Tropfleitung für eine oder zwei Reihen.
    Tropferabstand - 0,5 m; Durchflussrate: 2 Liter pro Stunde.
    Bewässerungsintervalle - Häufige Wassergabe mit kontinuierlicher Düngemittelgabe ermöglicht volles Blätterwachstum, die Grundvoraussetzung für eine umfangreiche Wurzelbildung. Während der Ernte ist ein gleichmässig feuchter Boden von Vorteil. Deshalb sollten nur kleine Wassermengen gegeben werden, da das Blätterdach, von dem aus die Verdunstung erfolgt, noch zu klein ist.
  4. Mit Tropfbewässerung erzielte Ergebnisse

    a. Israel
    Alle Spargelerzeuger verwenden Tropfbewässerung aus einer Reihe von Gründen. Hauptgrund sind hohe Erträge im Bereich von 8-10 Tonnen pro Hektar.
    b. Salzhaltiges Wasser in der Negev-Wüste - 300g P.P.M. Salzgehalt im Bewässerungswasser:
    Erträge im Bereich von 5-6,5 Tonnen je Hektar wurden erzielt.
    c. Deutschland - ein Versuch in leichten und schweren Böden mit und ohne Bewässerung. 

     

    leichter Boden 

    schwerer Boden 

     Ohne Bewässerung 

     100%

     100%

    Mit Bewässerung 

     149%

     125% 


    Vorteile der Tropfbewässerung
    1.  Gleichmäßige Verteilung von Wasser und
         Nährstoffen während des Blätterwachstums -
         Spargel ist empfindlich bei Überbewässerung
         und Wassermangel.
    2.  Langsame Verteilung über einer grossen Fläche
         im Gegensatz zu einem bestimmten einzelnen
         Punkt.
    3.  Verhindert die Entwicklung von Alternechia,
         welche unter Feuchtebedingungen
         vorkommt. 
    4.  Es findet keine Bodenverdichtung statt.


 


  
 
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