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Kartoffeln

  1. Allgemeines

    Der Anbau der Kartoffel (Solanum tuberosum L.) wird vor allem von der gewählten Sorte sowie den Klima- und Bodenbedingungen beeinflusst. Frühe Sorten gelangen nach 70 bis 80 Tagen zur Reife, während Spätkartoffeln bis zu 150 Tage benötigen. Vor der Aussaat muss sich die Kartoffel in einem Ruhezustand - der sogenannten Keimruhe - befinden. Ohne diese inaktive Ruhephase findet kein Übergang von der Retardation oder “ruhenden” Wirkstoffen zu einer aktiven Phase mit aktiven Wirkstoffen statt. Ein Erwachen aus der Keimruhe findet ganz unabhängig von den Umgebungsbedingungen, jedoch aber stets nach der Keimruhe statt. Diese Aktivierung beginnt 5 - 10 Monate nach der Ernte. Nach 16 - 20 Monaten verliert die Kartoffelknolle ihre Keimfähigkeit. Bei Temperaturen von unter 8°C wird der Aktivierungsprozess verlangsamt. Der optimale Temperaturbereich für die Keimung liegt zwischen 19 und 24°C. Die Keimung findet an den Enden der Knospen statt. Man unterteilt die Entwicklung der Kartoffelpflanze in drei Stadien: a) Keimung, b) Entwicklung von Zweigen und Blätterdach, c) Knollenbildung. Zum Zeitpunkt der Blüte wird das vegetative Wachstum eingestellt. Das Blätterdach der Kartoffelpflanze gilt als empfindlich gegenüber niedrigen Temperaturen. Die Wurzeln werden vom Zeitpunkt der Keimung an ausgebildet und der Großteil der Wurzeln (80%) befindet sich Oberboden in einem Umfang von etwa 50 cm. Alle Kartoffelpflanzen wachsen in Symbiose mit dem Mycorrhiza-Pilz, welcher sowohl die Pflanzenentwicklung als auch den Ertrag beeinflusst.
    Unerwünschtes zusätzliches Wachstum kann von unangepasster Bewässerung hervorgerufen werden. Das Knollenwachstum wird hauptsächlich von den Feuchte- und Temperaturbedingungen beeinflusst. Bei zunehmender Tageslänge werden die Knollen am Beginn des Pflanzenwachstums ausgebildet, beginnt der Anbau nach der Sommersonnenwende (kürzer werdende Tage), findet die Knollenbildung zum Ende des Pflanzenwachstums hin statt. Die Kartoffelpflanze - insbesondere späte Sorten - ist gegenüber Blattkrankheiten empfindlich. Auf Grund ihrer Empfindlichkeit gegenüber Bodenkrankheiten wird die Kartoffel nicht zweimal hintereinander im selben Feld, sondern in Fruchtfolge, angebaut.Pic1

  2. Wachstumsanforderungen

  1. Boden

    Ein erfolgreicher Anbau erfordert fruchtbare und gut-entwässernde Böden, und höchste Erträge werden in mittleren Böden erzielt. Außerhalbs Israel werden saure Böden mit einem pH-Wert von 5,5 - 6,5 bevorzugt. In Israel wurden gute Ergebnisse in allen Bodenarten erzielt, einschließlich kalkhaltigen Böden, wie zum Beispiel im Bet She'an Tal.

  2. Wasser

    Auf Grund ihrer relativ flachgründigen Wurzelzone in den oberen 25 - 30 cm verlangt die Kartoffelpflanze stets eine feuchte Bodenzone. Außerdem wird durch die Befeuchtung der Boden in der heißen Jahreszeit erheblich abgekühlt. Unabhängig von der Bewässerungsmethode werden kurze Bewässerungsabstände gewählt. Bei einer übermäßigen Wassergabe kann es zu einem Luftmangel und zur Ausbildung von Gelbstellen kommen.
    Die verabreichte Wassermenge richtet sich nach der Jahreszeit und den Witterungsbedingungen. Die Gesamtwassermenge beträgt 400 - 700 mm. Folgende Pflanzenkoeffizienten kommen zur Anwendung: 0,4 - 0,5 bis zu 30 Tage nach der Keimung; 0,7 - 0,8 bis zu 70 Tage; 1,05 - 1,2 bis zu 100 - 130 Tage; 0,7 - 0,9 bis zur Ernte.
    Die Kartoffelpflanze ist gegenüber salzhaltigem Wasser empfindlich, und ein steigender Salzgehalt führt zu einem zunehmenden Ertragsverlust.

  3. Düngemittelgabe

    Mit der Aufbringung von 30 m3 organischer Düngemittel je Hektar werden positive Ergebnisse erzielt. Folgende Nährstoffmengen kommen zum Einsatz: 80 - 120 Kg Stickstoff, 50 - 80 Kg Phosphor und 125 - 160 Kg Kalium. In Israel verwendet man größere Nährstoffmengen: 200 - 300 Kg Stickstoff, 50 - 80 Kg Phosphor und 125 - 240 Kg Kalium.

  4. Pflanzabstände

    Reihenabstand: 80 - 100 cm. Pflanzabstände innerhalb der Reihe: 20 - 30 cm. Die Stecktiefe sollte 5 - 12 cm betragen.

  5. Pflanzdichte

    30.000 - 50.000 Pflanzen je Hektar. Saatgutmenge: 2 - 4 Tonnen je Hektar.

  6. Anbauperioden

    In Israel kann die Aussaat während des gesamten Jahres erfolgen. Im Winter gilt Mitte-Januar als bester Zeitpunkt. Im Frühjahr findet die Aussaat von Anfang Februar bis Mitte März statt. Eine spätere Aussaat kann zu Wassermangelerscheinungen und Schädlingsbefall führen. Im Herbst findet die Aussaat zwischen dem 15. August und dem 10. September statt.

  7. Anbaugebiete

    Die Kartoffel gedeiht am besten in der gemäßigten Klimazone, und ein dauerhaft warm-heißes Klima wirkt sich nachteilig aus. Pic2

  1. Empfehlungen von Netafim

  1. Eine Tropfleitung je Pflanzreihe, Tropferabstand 0,6 - 0,8 m je nach Bodenart. Das Tropfrohr sollte vorzugsweise auf dem Furchenrücken verlegt werden, in schweren Böden jedoch in der Furche selbst.

  2. Kurze Bewässerungsabstände sind zu bevorzugen. In leichten Böden sollte eine Wassergabe pro Tag aufgebracht werden, in schweren Böden genügt ein Bewässerungsabstand von 2 Tagen.Pic3 

  
 
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