Technik aus Israel findet Einsatz in Lailling

November 5, 2013

Die unterirdische Tröpfchen-Bewässerung wird sich in der heimischen Agrarwirtschaft durchsetzen. Davon ist der Agrar Ingenieur Walter Spenger überzeugt.

Seit 17 Jahren ist der Laillinger Ingenieur freier Mitarbeiter des israelischen Unternehmens Netafim. In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat die Firma nicht nur Teile der Avara- und Negev-Wüsten Israels bewässert, sondern mit ihrem klug ausgedachten und wassersparenden Systemen die Ernteerträge in Ländern wie Mexiko und Russland gesteigert.

Gerade in regenarmen Perioden eingesetzt, hilft das unterirdische Bewässerungssystem effizient Wasser und Energie zu sparen. So schont diese Methode die Umwelt, beugt Ernteausfällen vor und erhöht die Erträge.

Pilotprojekt gestartet

Auf einer 3,6 Hektar großen Anbaufläche zwischen Lailling und Kleinweichs ist das erste Versuchsfeld gestartet. In Zusammenarbeit mit dem Agrar-Wissenschaftszentrum Weihenstephan, der TU München und dem Wallersdorfer Unternehmen für Landtechnik Thomas Gruber startete Spenger auf den Feldern des Laillinger Landwirts Michael Messerer das zehnjährige Pilotprojekt.

Verlegung von Netafim Technik im Pilotprojekt Lailing

In einem Versuchsfeld wurde ein von Netafim entwickeltes und kostenlos geliefertes Schlauchsystem auf einer 1,8 Hektar großen Ackerfläche in einer Tiefe von 40 Zentimetern mit einer speziell dafür von Landtechnik Gruber gebauten Verlegemaschine in den Ackerboden eingebracht.

Die Tiefe schützt die Tropfbewässerungsanlage vor dem Pflug, der nicht tiefer als 30 Zentimeter in das Erdreich eindringt. Der andere Teil des Feldes - ebenfalls 1,8 Hektar groß - wird mit gleichem Saatgut im herkömmlichen Sinn bewirtschaftet.

Der Versuch richtet sich nach den vorgegebenen Fruchtwechsel - Perioden und startet im nächsten Frühjahr. So kann zehn Jahre lang mit verschiedenen Feldfrüchten, wie Weizen, Mais, Gurken, Gemüse oder Zuckerrüben getestet werden.

Demnach verspricht Spenger, dass neben den zu erwarteten Mehrerträgen, das Schlauchsystem den Energieaufwand, bei zugleicher Wasserersparnis von 50 Prozent gegenüber der oberirdischen Bewässerungen halbiere.

Clou dabei sind die in einem Abstand von 30 Zentimetern in schwarzen, druckkompensierenden Kunststoffschläuchen eingeschweißten Tropfer. Die darin integrierten Membrane mit eingebauten Filtern haben einen selbstreinigenden Mechanismus, eine Wurzel-Einwuchs-Sperre und sorgen im Niederdruckbereich zwischen 4 und 0,4 Bar für eine gleichbleibende Wasserabgabe von einem Liter pro Stunde.

Netafim Technik findet Einsatz im Pilotprojekt Lailing

Gezielt kann so dem Wasser eine je nach Wachstumsverlauf erforderliche Düngung beigemischt werden. "Auch dies erspart den Landwirten zusätzliche Kosten", berichtete Spenger, ohne dabei die dadurch entstehende Umweltfreundlichkeit außer Acht zu lassen.

Das Wasser soll mit einer Pumpe die eventuell solar betrieben wird, aus einem naheliegenden Brunnen gespeist werden. Unter der fachlichen Betreuung von Spenger und dem Spezialisten für Bewässerungsanlagen Karsten Ahlers, Filialleiter Landtechnik Gruber, können ab Frühjahr 2014 den interessierten Landwirten Feldbegehungen angeboten werden.

Universal einsetzbar

Die Kosten für die unterirdische Wurzel-Bewässerung, die laut Spenger schon vor über 15 Jahren nicht nur in Israel erfolgreich angewendet wurde, gab der Agrar-Ingenieur mit rund 3000 Euro / Hektar an. Das Bewässerungssystem kann ebenso für Garten- und Rasenflächen sowie für Fußballplätze eingesetzt werden.

Quelle: Gruber Landtechnik 

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